Sprung zum Inhalt Sprung zur Navigation


Sommeruniversität:
"Disability Studies in Deutschland: Behinderung neu denken"
vom 18. Juli - 1. August 2003 in Bremen

Das Bildungs- und Forschungsinstitut zum selbstbestimmten Leben Behinderter - bifos e.V.- führt vom 18.Juli - 1. August 2003 in Bremen eine Sommeruniversität zum Thema "Disability Studies in Deutschland: Behinderung neu denken" durch.
Die Sommeruniversität soll den breiten Austausch zwischen behinderten PraktikerInnen und WissenschaftlerInnen über erfolgreiche Programme und auch Forschungsansätze, -projekte und -ergebnisse ermöglichen, die die Teilhabe, Gleichstellung und Selbstbestimmung behinderter Menschen zum Ziel haben.
Innovative Ansätze sollen durch Vorträge und und Weiterbildungen zudem einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden.
Die gerade erst begonnene Diskussion um die Disability Studies in Deutschland soll vorangebracht werden.

Was passiert während der Sommeruni?

Veranstaltet wird ein Kongress zu kulturwissenschafltichen Perspektiven der Disability Studies
Während der Woche finden einwöchige Vormittags-Weiterbildungen zu verschiedenen Themenbereichen behinderter Menschen statt.
Am Nachmittag besteht die Möglichkeit, offene Diskussionsveranstaltungen zu besuchen.
Abends finden verschiedene Kultur- und Diskussionsveranstaltungen statt.
Begleitend können die TeilnehmerInnen ein breites Freizeitangebot nutzen.An wen richtet sich die Sommeruni?Eingeladen sind PraktikerInnen und WissenschaftlerInnen mit unterschiedlichen Bhinderungen. Die Veranstaltungsräume sind barrierefrei, GebärdensprachdolmetscherInnen sind anwesend. Für Menschen mit Lernschwierigkeiten wird eine Informationsstelle eingerichtet.

Geschlossene Weiterbildungen
am Vormittag zu folgenden Themen:

- Die Rechte behinderter Menschen
- Die Rechte von Menschen mit Lernschwierigkeiten
- Barrierefreiheit
- Politische Interessenvertretung behinderter Menschen
- Behinderte Frauen
- Persönliche Assistenz
- Behinderte Menschen in der Arbeitswelt
- Konzepte des Empowerment /Peer Counseling
- "Der behinderte Körper/Geist" / Bioethik
- Gebärdensprache: Grundkurs

Wechselnde, offene Veranstaltungen am Nachmittag

Reihe: Sichtweisen von Behinderung mit folgenden Themen:

- Menschenbilder, medizinische und soziale Sichtweise von Behinderung
- Auswirkung dieser Sichtweisen auf die Identitätsbildung bei behinderten Menschen
- Wodurch werden Sichtweisen von Menschen beeinflusst bzw. verändert
- Behinderung und Leid
- Behinderung in verschiedenen Kulturen
- Behinderte im Nationalsozialismus
- Behinderung als eigenständige Kultur (Gehörlose)
- Behinderung in der traditionellen Forschung
- Disability Studies - Was ist das?
- Forschungsmethoden zur Einbeziehung behinderter Menschen in Forschung als Subjekt
- Weiterentwicklung der Disability Studies in Deutschland
- Workshop Contact dancing (mit anschließender Präsentation)
- Workshop: Theater/Kabarett
- Workshop: Selbstbehauptung/Selbstverteidigung


zurück zum Seitenanfang



Sommeruniversität für behinderte Menschen:
"Disability Studies in Deutschland:
Behinderung neu denken"
vom 18. Juli - 1. August 2003 in Bremen

Schirmherrin: Prof. Dr. Rita Süssmuth, Bundestagspräsidentin a.D.

Der Europäische Rat hat das Jahr 2003 zum Europäischen Jahr der Menschen mit Behinderungen (EJMB) erklärt. "Nichts über uns ohne uns" - so heißt der Grundsatz für dieses Jahr. Im Mittelpunkt der Aktivitäten steht ein gesellschaftlicher Bewusstseinswandel im Umgang mit Menschen mit Behinderungen. Für Deutschland wird dieser Perspektivwechsel folgendermaßen formuliert: nicht mehr ausgrenzende Fürsorge, sondern uneingeschränkte Teilhabe; nicht mehr abwertendes Mitleid, sondern völlige Gleichstellung; nicht mehr wohlmeinende Bevormundung, sondern das Recht auf Selbstbestimmung.

Das Bildungs- und Forschungsinstitut zum selbstbestimmten Leben Behinderter - bifos e.V. - führt mit Unterstützung des Bundesministeriums für Gesundheit und Soziale Sicherung, der Aktion Mensch und der Europäischen Kommission vom 18. Juli - 1. August 2003 an der Universität Bremen eine Sommeruniversität für behinderte Menschen durch. Die Sommeruniversität "Disability Studies - Behinderung neu denken" ist eine der zentralen bundesdeutschen Veranstaltungen für behinderte Menschen im EJMB.

Was bedeutet "Disability Studies"?

Die Disability Studies sind ein politischer Wissenschaftsansatz, der aus den Erkenntnissen der Behindertenbewegungen der 70er Jahre entstanden ist. Behinderte Menschen werden hier in erster Linie als Angehörige einer unterdrückten Minderheit angesehen, deren Diskriminierung und Unterdrückung als die wesentlichen Faktoren betrachtet werden, durch die Behinderung überhaupt erst entsteht. Den Disability Studies liegt ein soziales Modell von Behinderung zugrunde, das dem gängigen medizinischen Modell gegenüber gestellt wird. Nach dem medizinischen Modell ist Behinderung eine krankhafte Störung der Einzelperson. Im Gegensatz dazu geht das soziale Modell davon aus, dass Einschränkungen und Probleme behinderter Menschen nicht ausschließlich, aber in erster Linie durch die Gesellschaft hervorgerufen und durch Veränderung der gesellschaftlichen Bedingungen weitgehend gelöst werden können.
Die Disability Studies widmen sich der Frage, wie die soziale Konstruktion von Behinderung entstanden ist und wie diese im Alltag aussieht. Statt wie bisher nur beforschtes Objekt zu sein, werden behinderte Menschen im Zusammenhang mit den Disability Studies zum Subjekt von Wissenschaft. Ihre Erfahrungen, Erlebnisse und Meinungen stehen im Mittelpunkt.

Die Sommeruniversität "Disability Studies - Behinderung neu denken"

Die vom bifos durchgeführte Sommeruniversität soll die gerade erst begonnene Diskussion in Deutschland einen großen Schritt voran bringen. Der Ansatz der Disability Studies soll aus verschiedenen Blickwinkeln diskutiert, weiterentwickelt und einem breiteren Publikum zugänglich gemacht werden. Während der Sommeruni werden deshalb zum einen Forschungsprojekte und -ergebnisse vorgestellt und diskutiert. Zum anderen werden Weiterbildungen für behinderte Menschen durchgeführt, in denen neue Erkenntnisse und praktische Erfahrungen an betroffene Menschen weiter gegeben werden.

An wen richtet sich die Sommeruni?

Disability Studies sind auf einen intensiven Austausch zwischen Forschung, Politik und Praxis angewiesen. Adressat/innen der Sommeruniversität sollen deshalb sowohl behinderte Wissenschaftler/innen als auch behinderte Menschen sein, die sich in Deutschland seit Jahren für die Gleichstellungs- und Selbstbestimmungspolitik behinderter Menschen einsetzen bzw. sie in der Praxis umsetzen oder sich für die Themen der Sommeruniversität interessieren. Eingeladen sind ALLE behinderten Menschen aus Wissenschaft und Praxis.

Was passiert während der Sommeruni?

Am ersten Wochenende (19./20. Juli) findet eine Tagung zu kulturwissenschaftlichen Perspektiven der Disability Studies statt.
Am zweiten Wochenende (26./27. Juli) führt das NETZWERK ARTIKEL 3 im Rahmen der Sommeruni eine Tagung > "Gleich richtig stellen" -Gleichstellungsbestimmungen für Behinderte von der Kommune bis zur UN < durch. Nähere Infos und Anmeldung nur für diese Tagung bei:
NETZWERK ARTIKEL 3, Ottmar Miles-Paul, Tel.: 0561/ 72885 15 - Fax: 0561/ 72885 29 oder email : ottmar.miles-paul@bifos.de

Während der folgenden beiden Veranstaltungswochen

Das Programm im Einzelnen

18. Juli 2003
Eröffnungsveranstaltung der Sommeruniversität

Grußworte und Vorträge:
Schirmherrin Rita Süssmuth
Vertreterin des Bundesministeriums für Gesundheit und Soziale Sicherung
Dr. Henning Scherf, Präsident der Bremischen Bürgerschaft
Prof. Dr. Wilfried Müller, Rektor der Universität Bremen
Gisela Hermes, bifos e.V.
Einführungsvortrag zu Disability Studies in Deutschland. Referentin: Prof. Dr. Theresia Degener, Ev. Fachhochschule Bochum
Moderation Swantje Köbsell, bifos e.V.

Kulturelles Programm: Die chilenische Band Corazon und Swingingpool
Nach dem offiziellen Programm wird es ein gemütliches Zusammensein mit Büfett und musikalischer Untermalung geben.

19./20. Juli 2003
Tagung: Kulturwissenschaftliche Perspektiven der Disability Studies

Die Sommeruniversität startet mit einer Tagung zum Thema Kulturwissenschaftliche Perspektiven der Disability Studies. Wissenschaftliche Tagungsleitung: Prof. Dr. Anne Waldschmidt, Universität Köln

Themen der Tagung am Samstag, 19. Juli 2003

Einführungsvortrag: Der verletzliche Körper. Referentin: Anja Tervooren

Themenschwerpunkt "Behinderung in der Zeit" - Historische Perspektiven:

Im Anschluss finden Werkstattgespräche unter der Fragestellung : "Was können wir aus der Geschichte lernen?" - Perspektiven der Gegenwart statt
WG 1: "Narren" unter uns - Was können wir aus Mittelalter und früher Neuzeit lernen? Leiterin: Ruth von Bernuth
WG 2: Erzähltes Leben. Historische Biografieforschung und biografisches Schreiben. Leiterin: Dr. Petra Fuchs
WG 3: (Zwangs-)Sterilisierung behinderter Menschen im Dritten Reich und in der Gegenwart. Leiter: Dr. Volker van der Locht

Abendveranstaltung: "Hiob" Eine szenische Lesung mit Peter Radtke u.a.

Themen der Tagung am Sonntag, 20. Juli 2003

Themenschwerpunkt "Behinderung als Zeichen" - Kultursoziologische und literaturwissenschaftliche Perspektiven:

Die Tagung schließt mit einem Podiumsgespräch zu der Frage: "Ist Behindertsein normal?" ab.
Teilnehmerinnen des Podiums: Marianne Hirschberg (Behinderungsbegriffe der WHO), Anne Waldschmidt (Normalisierungsansatz) und Dinah Radtke (Normalität aus der Sicht der Behindertenbewegung)

Sommeruniversität:
Erste Woche vom 21. - 25. Juli 2003

Themen der einwöchigen Weiterbildungen am Morgen

Behinderung - Alles was Recht ist!
Das Thema Behinderung ist an den unterschiedlichsten Stellen des Rechtsystems verankert. In dieser Veranstaltung werden die einzelnen Rechtsgebiete vorgestellt und vertiefend behandelt. (Grundgesetz, Sexualstrafrecht, Bundesgleichstellungsgesetz)
Referent/inn/en:: Petra Bungart, Uwe Boysen, Maike Gattermann-Kasper. Die Referent/inn/en sind ausgebildete Jurist/innen

Einführung in das Peer Counseling
Ziel dieser Veranstaltung ist es, Grundkenntnisse über das Peer Counseling, auch "die pädagogischen Methode der Selbstbestimmt-Leben-Bewegung" genannt, zu vermitteln. Diese geht davon aus, dass behinderte Menschen die besten Expert/inn/en in eigenen Angelegenheiten sind. Neben Informationen über die Geschichte und Grundhaltung des Peer Counseling setzen sich die Teilnehmer/innen mit der eigenen Behinderung auseinander und erhalten Grundkenntnisse über Beratungsmethoden des Peer Counseling.
Referent/inn/en: Matthias Rösch, Ausbilder für Peer Counseling, Anita Grießer, Ausbilderin für Peer Counseling

Behinderung als Trauma - über die Verleugnung, die Ausgrenzung und die Ausmerzung abweichender Körperlichkeit
Aus psychoanalytischer Sicht wird betrachtet, wie gesellschaftlich und individuell mit abweichender Körperlichkeit (sog. Behinderung) umgegangen wird. Die unbewusste Bedeutung der heute anerkannten sozialen Konstruktion von Behinderung zur kollektiven Abwehr von Angst wird herausgearbeitet.
Referent: Dr. med. Bernhard Richarz

Nachricht, Bericht, Kommentar: Öffentlichkeitsarbeit für Menschen mit Behinderung
Der Kurs gibt eine Einführung in das Thema Öffentlichkeitsarbeit, das für Selbsthilfegruppen und Vereine immer wichtiger wird. Es geht um Grundregeln der Recherche, Interviewtechniken und Besonderheiten der verschiedenen Medien (Print, TV, Funk, Online) Es werden journalistische Grundkenntnisse vermittelt und in praktischen Übungen erprobt.
Referent: Franz Schmahl, Mitarbeiter des Online-Nachrichtendienstes Kobinet

Der lange Marsch zur Barrierefreiheit
Neben der Information über gesetzliche Rahmenbedingungen zur Barrierefreiheit und der Vorstellung von Erhebungsmethoden wird Barrierefreiheit anhand von praktischen Beispielen/Exkursionen vorgestellt und analysiert.
Referent/inn/en: Wolfgang Peter, Behindertenbeirat Göttingen und Gudrun Freyjer, Behindertenkoordinatorin

ASSISTENZ - Basis für ein selbstbestimmtes Leben
Persönliche Assistenz soll mit all ihren Facetten erläutert werden. Es geht um Möglichkeiten der Selbstbestimmung, um rechtliche Rahmenbedingungen, Zuständigkeiten von Behörden, Umgang mit Begutachtung, Vor- und Nachteile von Persönlichen Budgets, Führung eines Betriebes und um das alltägliche Leben mit Assistenz.
Referentin: Elke Bartz, ForseA - Forum für selbstbestimmte Assistenz

Von altem Wein und neuen Wegen der behinderten Frauenbewegung
In den vergangenen 20 Jahren hat sich für behinderte Frauen vieles verändert. In der Veranstaltung wird nach neuen Zielen der behinderten Frauenbewegung geschaut, alte und neue "Feindbilder" sollen überdacht und Impulse für die Bewegung des 21. Jahrhunderts entwickelt werden.
Referentinnen: Martina Puschke und Brigitte Faber, Weibernetz e.V.

Politische Interessenvertretung
Es wird ein Überblick über das Parteiensystem und über die Selbsthilfe Behinderter in Deutschland gegeben. In praktischen Übungen werden unterschiedliche Methoden zur Durchsetzung politischer Interessen eingeübt und Unterstützungssysteme erarbeitet.
Referent: Stefan Krusche, kommunaler Behindertenbeauftragter

Behinderung und Kunst
Die Veranstaltung steht unter der Fragestellung, wie es Kunst von behinderten Menschen gelingen kann, das Anders-Sein positiv zu wenden. Auf verschiedene Arten wird sich den Themen Kunst und Menschlichkeit genähert: Über Othellos Epilepsie, den Filmen von Alfred Hitchcock, die neuen Medien, die Außenseiter-Identität behinderter Künstler/innen, die Entwicklung der Disability Arts Szene in Großbritannien geht es hin zur Erarbeitung eines eigenen Videos.
Referentin: Petra Kuppers, Professorin für Performance Studies am Bryant College, Rhode Island

Nur für Menschen mit Lernschwierigkeiten
Die praktische Arbeit der Heimbeiräte und Werkstatträte
Die Mitwirkungsgesetze für die WfbM und für Wohnheime haben sich verändert. Im Seminar geht es um die Rechte und die Aufgaben der Heimbeiräte und Werkstatträte. In dem Kurs wird zum Beispiel geübt, wie Sitzungen von Heimbeiräten oder Werkstatträten aussehen können.
Referent/inn/en: Petra Groß, Werner Freudenstein, Daniela Herrmann, Gustav Zechmeister. Mitarbeiter/innen des Netzwerk People First Deutschland

Nachmittags -Einzelveranstaltungen und Workshops

Montag, d. 21. Juli

Blicke auf Behinderung aus medizinischer und sozialer Perspektive
Referentin: Silke Funke-Johannsen

Therapie - zwischen Wegmachen des Anders-Seins und Gewinn an Lebensqualität Referentinnen: Christiane Schneider und Victoria Pryztulla

Behinderungsbegriffe und ihre Folgen in Schule und Beruf
Referenten: Michael Maschke und Justin Powell

Fortlaufend an 3 Tagen (Montag, Dienstag, Mittwoch)
Tanz durch das Leben. (Im Tanz den Körper neu erleben)
Referent: Christian Judith

Schreibwerkstatt für behinderte Menschen
Referentin: Ursula Eggli

Dienstag, d. 22. Juli

Was DU sagst, zählt! Lebensweltforschung .- eine Strategie in der empirischen Wissenschaft mit gleichberechtigten Partner/innen
Referentin: Dr. Heike Ehrig

Vom Grundrecht auf Sexualität und der (Un)Möglichkeit, es einzufordern
Referent: Matthias Vernaldi

Wie sage ich es einfach? Tipps und Tricks für leichte Sprache
Referent/inn/en: Werner Freudenstein und Daniela Herrmann

Fortsetzung: Tanz durch das Leben / Schreibwerkstatt

Mittwoch, 23. Juli

Der Marsch durch die Institutionen. Behinderte Menschen als Mitarbeiter/innen in der Politik, Verwaltung und in Einrichtungen
Referenten: Matthias Rösch und Ottmar Miles-Paul

Aspekte der Behindertenfeindlichkeit
Referentin: Rebecca Maskos

"Da erbgesunder Nachwuchs nicht zu erwarten ist,... Vor 70 Jahren Verabschiedung des NS-Sterilisationsgesetzes Referent: Dr. Volker van der Locht

Fortsetzung: Tanz durch das Leben / Schreibwerkstatt

Donnerstag, d. 24. Juli

Zum Verständnis von Behinderung in anderen Kulturen
Referent/inn/en: Gabriele Weigt, Musa Al Munaizel

Disability Studies in Deutschland, was sind, was sollen, was können sie sein?
Referentin: N.N..

Frida Kahlo - Leben in zwei Welten
Referentin: Dr. Kathrin Asper-Brugisser

Forschung Peer Counseling: Evaluation der Peer Counseling Weiterbildung
Referentin: Johanne Plaß

Fortlaufend an 2 Tagen: (Donnerstag / Freitag)
Selbstverteidigung für behinderte Männer und Frauen
Referent: Alexander Broll

Freitag, d. 25. Juli

Lebensqualität statt Lebenskontrolle - Positionsbestimmung der politischen Behindertenselbsthilfe
Referent: Gusti Steiner

Queering (Dis)abled Theories and Politics. Lesben mit Behinderung
Referentin: Heike Raab

Behinderte und darstellende Kunst:
Referent: Bobin Nawrath

Selbstbestimmt Leben mit persönlicher Ass. - Evaluationsergebnisse einer Schulung von Assistenznehmer/innen und von Persönlichen Assistent/inn/en
Referentinnen: Dr. Birgit Drolshagen, Birgit Rothenberg

Fortsetzung:Selbstverteidigung für behinderte Männer und Frauen

Abendveranstaltungen

Montag, d. 21. Juli
Film: Mein kleines Kind. Anschließend Gespräch mit der Filmemacherin Katja Baumgarten

Dienstag, d. 22. Juli
Film : "Liebe Perla" mit Vortrag und Diskussion Referent/inn/en: Hannelore Witkofski, Moritz Terfloth

Mittwoch, d. 23. Juli
Autorenlesung mit Gerald Métroz: Ich lass mich nicht behindern (angefragt)

Donnerstag, d. 24. Juli
Film: CLAIRE - se souvenir des belles choses

Naturwanderung

Freitag, d. 25. Juli
Film: CLAIRE - se souvenir des belles choses

Konzert: Klaus Kreuzeder

Samstag, den 26. Juli:
Große Sommeruni-Fete ab 20.00 Uhr mit dem Kabarettisten Pago Balke; der Rock`n Roll Band "Kathrin & die Quietschboys" und anschließender Disco mit DJ Matze

Sommeruniversität:
Zweite Woche vom 28. Juli - 1. August

Themen der einwöchigen Weiterbildungen am Morgen

Antidiskriminierungs- und Menschenrechte für behinderte Menschen nach nationalem, europäischem und internationalem Recht
In Deutschland wurden wichtige Antidiskriminierungsnormen im Grundgesetz, Sozialgesetzbuch IX und im Behindertengleichstellungsgesetz erlassen. Die Veranstaltung gibt Überblick über die gesetzlichen Vorschriften und darüber, wie sie individuell oder kollektiv zu nutzen sind. Außerdem wird ein Einblick in die interessanten Entwicklungen des europäischen und internationalen Behindertenrechts gegeben.
Referentin: Prof. Dr. Theresia Degener, Ev. Fachhochschule Bochum

Persönliche Zukunftsplanung - wie geht das? Unterstützung von Menschen mit Lernschwierigkeiten
Die Schulung ist für Interessierte, die mit den Grundideen der Methode "Persönliche Zukunftsplanung" bereits vertraut sind und lernen möchten, wie sie als Moderator/in Zukunftsplanungen für andere Menschen durchführen können. Anhand von praktischen Übungen wird eine Vielzahl von Methoden der Persönlichen Zukunftsplanung vermittelt und die Moderation von Zukunftsplanungen eingeübt.
Referent/inn/en: Carolin Emrich, Stefan Doose, Susanne Göbel, Stefan Göthling, Josef Ströbl, z. T. Mitarbeiter/innen des Netzwerk People First Deutschland

Pränataldiagnostik und Präimplantationsdiagnostik - Standpunkte behinderter Menschen
Neben den Fragen "Wie funktionieren und was sind die Risiken von PID und PND, was ist Leid, wie beeinflusst PND das existierende gesellschaftliche Menschenbild und umgekehrt? beschäftigt sich die Veranstaltung mit Rassehygiene, Euthanasie, humangenetischer Forschung und mit den gesellschaftlichen Auswirkungen der vorgeburtlichen Diagnostik auf die Gesellschaft allgemein und auf behinderte Menschen.
Referentin: Gerda Behrends, Autonom Leben Hamburg

Angstabwehr und die Produktion von Behinderung
Die Veranstaltung befasst sich mit der Tatsache, dass die alltägliche gesellschaftliche Konstruktion von Behinderung geprägt ist von einem Bewusstsein, das zumindest historisch, lebensgeschichtlich, wissenschaftlich, systematisch und medial vermittelt ist. Gesellschaftliche und individuelle Angstabwehr mündet dabei in allgegenwärtige und unbewusste Phantasmen, die über institutionelle Allmachtsphantasien und ungelöste symbiotische Beziehungen Behinderungen und Hospitalismen als Selbstentfremdung verursachen.
Referent: Prof. Dr. Volker Schönwiese, Universität Innsbruck

Mediendemokratie für Menschen mit Behinderungen
Analysiert wird mit den Teilnehmer/inn/en des Kurses, wie behinderte Menschen in den Medien dargestellt werden und was bei der Berichterstattung in den Medien fehlt. Ein weiterer Schwerpunkt wird auf die Frage gelegt, wie behinderte Menschen ihre Interessen medienwirksam darstellen können. Verschiedene Möglichkeiten der Öffentlichkeitsarbeit werden vorgestellt.
Referentin: Sabine Kleczewski, Informationsdienst für kritische Medienpraxis

Persönliche Assistenz - eine Lebensform mit Qualität
In dieser Veranstaltung wird der Vorteil von persönlicher Assistenz für ein selbstbestimmtes Leben dargelegt. Neben der Vermittlung von Kenntnissen über die rechtlichen Rahmenbedingungen und über verschiedene Formen der Assistenz geht es um die Feststellung des persönlichen Assistenzbedarfs, um Durchsetzungsstrategien gegenüber Behörden und um Anleitungskompetenz im alltäglichen Leben mit Assistenz. Referentin: Anne Bloom, Ambulante Dienste Berlin

Nur für Mädchen und Frauen mit Behinderung
"Geschlecht: Behindert - besonderes Merkmal: Frau"
Mädchen und Frauen mit Behinderung sind aufgrund ihres Geschlechts und ihrer Behinderung noch immer in den Bereichen Ausbildung und Arbeit, Partnerschaft, Mutterschaft benachteiligt und sind besonders oft von sexualisierter Gewalt betroffen. Die Teilnehmerinnen beschäftigen sich mit der Lebenssituation von behinderten Mädchen/Frauen und mit Präventions- und Unterstützungsmöglichkeiten.
Referentin: Bärbel Mickler, Projektleiterin beim Verein ForUm - Fortbildung und Unterstützung für Menschen mit und ohne Behinderung e.V.

Kommunikationstraining als professionelle Arbeit im Peer Counseling
Kommunikationsprobleme stellen die größte Herausforderung unserer Zeit dar: Sie führen zu Missverständnissen und schlimmstenfalls zu Kriegen. Was bedeutet Kommunikation für das Empowerment behinderter Menschen? Empowerment, das "Stark-machen" basiert in seinen Grundfragen auf einer adäquaten Wahrnehmung der eigenen Person und der Außenwelt. Unter dem Blickwinkel der umfassenden - auch nonverbalen -Kommunikation befassen sich die Teilnehmer/innen mit den Besonderheiten unterschiedlicher Beeinträchtigungen. Dies ist vor allem für die Vernetzung und Bündelung von Energien von großer Bedeutung.
Referentin: Maryanne Becker, Diplomsoziologin und Audiotherapeutin

Barrierefreiheit im Internet
Das Internet wird gerade für Menschen mit Behinderung zu einer immer wichtigeren Möglichkeit, sich zu informieren und sich auszutauschen. Damit das Internet auch von schwerhörigen/gehörlosen und sehbehinderten/blinden Menschen optimal genutzt werden kann, ist eine barrierefreie Gestaltung notwendig. Die Teilnehmer/innen lernen, Barrieren im Internet zu analysieren und zu benennen. Es werden Hindergründe über rechtliche Rahmenbedingungen und technische Möglichkeiten zur Beseitigung von Barrieren vermittelt.
Referenten: Knut Weinmeister und Ralph Raule, Gebaerdenwerk; Stephan Rothe, Stero-Webservice

Einführung in die Gebärdensprache
Wer schon immer die Gebärdensprache erlernen wollte, um mit gehörlosen Menschen kommunizieren zu können, hat in diesem Grundkurs die Gelegenheit, sich erste Kenntnisse über die deutsche Gebärdensprache (DGS) anzueignen.
Referentinnen: Sandra Gogol, Kerstin Mertens

Nachmittags -Einzelveranstaltungen und Workshops

Montag, d. 28. Juli

Partizipative Forschungsmethoden und deren konkrete Umsetzung
Referentin: Petra Flieger

Gehörlosenkultur - was ist das?
Referent: Thimo Kleyboldt

Treffen der Bundesarbeitsgemeinschaft
Disability Studies

Theologische Denkmuster für Behinderung - kirchliche Tradition hinterfragen
Referentin: Dr. Esther Bollag

Wie sage ich es einfach? Tipps und Tricks für leichte Sprache
Referent/inn/en: Josef Ströbl, Stefan Göthling, Susanne Göbel

Dienstag, d. 29. Juli

Die Scham ist noch lange nicht vorbei. Die Behindertenbewegung und der Sex
Referent: Lothar Sandfort

"Rollstiefelchen und die stumme Prinzessin" Behinderung im Kinder- und Jugendbuch Referentin: Hedwig Kaster-Bieker

Fortlaufend an 3 Tagen: (Dienstag, Mittwoch, Donnerstag)
Schau-Spiel-Szenen. Ein Theater-Workshop
Referent: Thomas Zwerina
"Jede Frau und jedes Mädchen kann sich wehren". Selbstverteidigungskurs mit inhaltlichen Infos zum SGB IX.
Referentinnen: Iris Lask und Dr. Theresia Degener
DanceAbility. (Contact Improvisation und New Dance)
Referentin: Barbara Eckert

Mittwoch, d. 30. Juli

"Ja Ja alles klar" Alltagsinszenierung von Blindheit im Straßenverkehr
Referent: Siegfried Saerberg

Widersprüche und Problematiken der Selbstbestimmung
Referent/inn/en: Rebecca Maskos und Birger Siebert

Fortsetzung:
Schau-Spiel-Szenen.
"Jede Frau und jedes Mädchen kann sich wehren"
DanceAbility. (Contact Improvisation und New Dance)

Donnerstag, d. 31. Juli

Das verordnete Geschlecht. Hermaphroditen und das Recht auf Anderssein. Filmvorführung mit anschl. Diskussion.
Referent: Oliver Tolmein

Ein (Arbeits-)Leben außerhalb der WfB? Die langfristige Entwicklung der Lebens- und Arbeitssituation von Menschen mit Lernschwierigkeiten in Unterstützter Beschäftigung
Referent: Stefan Doose

Fortsetzung:
Schau-Spiel-Szenen
"Jede Frau und jedes Mädchen kann sich wehren"
DanceAbility. (Contact Improvisation und New Dance)

Freitag, d. 1. August

ABSCHLUSSVERANSTALTUNG

Abendprogramm

Montag
Film: Claire - se souvenir des belles choses
Handbiken

Dienstag
Autorinnenlesung mit Hedwig Kaster-Bieker: Berühmte behinderte Frauen

Mittwoch
Film: Verrückt nach Paris. Anschließendes Gespräch mit Pago Balke, Filmemacher

Donnerstag
UNIVERSUM-Besuch

Freitag
Kein Abendprogramm

Die Rahmenbedingungen

Tagungsort ist die Universität Bremen, Universitätsallee, Gebäude GW 1. Die Tagungsräume sind barrierefrei, Behindertentoiletten sind vorhanden. Bei Bedarf werden Höranlage oder Gebärdensprachdolmetscher/innen zur Verfügung gestellt. Für Menschen mit Lernschwierigkeiten wird eine Informationsstelle eingerichtet. Da die Stadt Bremen über ein sehr gutes barrierefreies öffentliches Verkehrsnetz verfügt, ist die Universität sowohl vom Bahnhof als auch aus der Innenstadt sehr gut erreichbar.

Interessierte Menschen mit Behinderung können sich bei bifos e.V. für folgende Veranstaltungen anmelden:

Die Teilnahme an der Kulturwissenschaftlichen Tagung (19./20. Juli) und/oder
Die Teilnahme an der ersten Woche der Sommeruniversität (21.- 25. Juli 2003) und/oder
Die Teilnahme an der zweiten Woche der Sommeruniversität (28. Juli - 1. August 2003)
Eine Anmeldung für beide Wochen ist nicht erforderlich, es kann auch eine einzelne vollständige Woche (5 Tage) oder nur die Teilnahme an der Tagung "Kulturwissenschaftliche Perspektiven” gebucht werden. Buchungen für einzelne Tage sind jedoch nicht möglich!

Die Kosten

Die Teilnahmegebühr für die Kulturwissenschaftliche Tagung beträgt (incl. Tagesverpflegung nur für diese Veranstaltung) 35,00 Euro.
Die reguläre Teilnahmegebühr pro Sommeruni-Woche beträgt 70,00 Euro. Auf Antrag kann der Beitrag auf 30,00 Euro ermäßigt werden.
Eintrittspreise für einen Teil der Abendveranstaltungen sind zusätzlich zu zahlen.

Fahrtkosten, Unterbringung und Verpflegung sind NICHT im Teilnahmebeitrag enthalten!
Im Universitätsgebäude befindet sich eine kostengünstige Mensa, in der sich die TeilnehmerInnen vor Ort selbst verpflegen können.
In Zusammenarbeit mit Selbstbestimmt Leben Bremen kann bifos e.V. eine begrenzte Zahl an kostenpflichtigen Übernachtungsmöglichkeiten im Berufsbildungswerk Bremen anbieten. Das BBW liegt nahe der Universität und hat barrierefreie Zimmer. Der Preis für die Übernachtung im Einzelzimmer ohne Frühstück beträgt 21,00 Euro pro Tag. Diese Zimmer können gegen eine Bearbeitungsgebühr bei Selbstbestimmt Leben Bremen unter der Tel. Nr.: 0421/7942427 oder Fax: 0421/704401 gebucht werden. Da die Anzahl dieser Zimmer begrenzt ist, wird eine sehr frühzeitige Buchung dringend empfohlen.
Auf Wunsch schicken wir interessierten Menschen aber auch eine umfangreiche Liste mit Übernachtungsmöglichkeiten verschiedener Preisklassen und Ausstattungen in Bremen zu, damit die Unterkunft selbst organisiert werden kann. Ausserdem finden sich unter der Internetadresse www.Bremen-tourism.de weitere Hotelinformationen und Buchungsmöglichkeiten.

Veranstaltungshinweis: Neues Krüppelpower Festival: [id:03] - Open-Air Festival in Mühlheim an der Ruhr vom 13.-14. September 2003
Nähere Informationen: www.roll-over-ev.org oder per email: info@roll-over-ev.org

Impressum:
Bifos e.V. - Sommeruni 2003
Koordinatorinnen Swantje Köbsell und Gisela Hermes
Kölnische Str. 99, 34119 Kassel
Tel.: 0561/ 72 885 42 Fax: 0561/ 72 885 44
www.sommeruni2003.de
email: G.Hermes@bifos.de
V.i.S.d.P. Gisela Hermes

Die Anmeldung

Die Anmeldung muss schriftlich erfolgen und bis spätestens zum 20. Juni 2003 bei bifos e.V. eingegangen sein. Bitte benutzen Sie dazu folgenden Vordruck:


An
Bifos e.V.
z.Hd. Gisela Hermes
Kölnische Str. 99
34119 Kassel


Name ____________________________________________________________

Adresse: __________________________________________________________

Tel./Fax und email: ______________________________________________________


Hiermit melde ich mich verbindlich zur Sommeruni 2003 an für:

¶ Die Teilnahme an der Kulturwissenschaftlichen Tagung (19./20. Juli) Kosten: 35,00 Euro und/oder

¶ Die Teilnahme an der ersten Woche der Sommeruniversität (21.- 25. Juli 2003) Kosten 70,00 Euro und/oder
an folgender Weiterbildung ___________________________________________

¶ Die Teilnahme an der zweiten Woche der Sommeruniversität (28. Juli - 1. August 2003) Kosten 70,00 Euro
an folgender Weiterbildung ___________________________________________

¶ Ich habe den (Gesamt) Teilnahmebeitrag in Höhe von ________ Euro auf das Konto
bifos e.V., Kasseler Sparkasse, Blz.: 520 503 53, Konto Nummer: 1105742 unter dem Stichwort "Sommeruni 2003 Teilnahmebeitrag" überwiesen

Ich benötige
¶ eine Höranlage
¶ eine/n Gebärdensprachdolmetscher/in

¶ Ich beantrage die Ermäßigung des Teilnahmebeitrags auf 30,00 Euro pro Woche
(Gilt nur für Arbeitslose, Sozialhilfeempfänger, EU-Rentner und behinderte Mitarbeiter/innen aus Werkstätten für behinderte Menschen)


Ort/Datum Unterschrift

Downloaden Sie das Programm als pdf-Datei / als word/zip-Datei

zurück zum Seitenanfang


Gisela Hermes, Swantje Köbsell und Ottmar Miles-Paul
für das Vorbereitungsteam

ottmar.miles-paul@bifos.de